Einfaches Taktik-Wissen richtig kombinieren
Von Harald Fietz
Als Schachtrainer bringt man jungen Schützlingen einfache Beispiele mit einer klaren Lösung bei. Die Variante soll gradlinig die Kernidee aufzeigen und diese sollte im Idealfall einen eindrücklichen Namen haben. Doppelangriff, Abzugsschach und Fesselung sind taktische Klassiker. Grundreihenmatt, Anastasias Matt und Läuferopfer auf h7 gehören zum Repertoire eines Angriffsspielers. Je größer der Fundus an solchem Schach-Wissen, desto eher werden Kombinationen in komplexen Stellungen gelingen. Müssen zwei, drei oder mehr taktische Motive zusammenpassen, dann erreicht man schnell Großmeisterniveau.
Auf internationalem Turnierlevel ist entsprechend eine Vision der Partiegestaltung als Ziel einer bestimmten Zugfolge erforderlich und diese muss mit Rechenpräzision durchgeführt werden. Während das Anfänger in einer Denktiefe von 1 bis 2 Zügen lernt, schaut der Großmeister 4, 5 und mehr Züge voraus, denn er fügt die Kombination als ein Gedankenkonstrukt von Teilzielen zusammen.
In einer Stellung von der Schacholympiade 2018 in georgischen Batumi spielte ein brasilianischer Großmeister gegen einen Internationalen Meister aus Andorra. Der weiße Aufbau hatte den schwarzen König im Visier. Mit welchen einfachen Mitteln, die bereits Grundschüler lernen, kam der Spieler mit den weißen Steinen zum Erfolg?

Weiß zieht.
Alexander Fier (2558) - Roberto Aloma Vidal (2427)
Batumi 2018
Die Lösung und ein Blick auf die taktischen Grundelemente folgen im nächsten Blog „Dekonstruktion einer GM-Kombi mit Kinderaugen“ (CC-Schu-Scha-002-L). Wer die Aufgabe im Training einsetzen möchte, kann diese als PDF-Aufgabenblatt hier herunterladen.