Chronologie von der Schach-AG zur Grundschule mit Schach-Profil
Von Harald Fietz
2025 würdigt die Andersen-Grundschule im Hauptstadtbezirk Berlin-Mitte 15 Jahre stetige Entwicklung von anfangs zwei Schach-Arbeitsgemeinschaften zum Schach-Profil mit verschiedenen Angeboten im Klassenverband und speziellen Kursen. Unter der Leitung der Schachlehrer Swantje Munser & Harald Fietz wurde in Kooperation mit einer schachgeneigten Schulleitung und interessierten Personen in der Lehrerschaft und dem Erzieherbereich ein differenziertes System zum Erlernen des Schachdenkens in einem Kiez mit besonderen Rahmenbedingungen (mehr dazu) aufgebaut. Hier sollen die Etappen dieser schulischen Orientierung in chronologischer Abfolge nachgezeichnet werden.
2010 bis 2014 Start inklusive Mädchenschwerpunkt
Chancen erkennen und nutzen: Ende der Nuller-Jahre begannen in manchen Bildungseinrichtungen Schulschachaktivitäten. Die Trierer Schachstudie zeigte 2007 die positiven Wirkungen des Denksports im schulischen Umfeld auf und passte gut als „Medizin“ gegen den Post-PISA-Bildungsschmerz. So entschlossen sich Swantje Munser & Harald Fietz zum Einstieg als hauptberufliche Schachlehrer. Dabei pushten zwei zusätzliche Argumente. Der Soldiner Kiez als stadträumliches Gebiet „mit besonderem Entwicklungsbedarf“ hatte Zugriff auf das Bundesbauprogramm „Soziale Stadt“, welches durch Berliner Landesmittel ergänzt wurde und gerade eine neue Förderausrichtung erlebte (statt Investition in Steine galt die Investition in Köpfe) und die damalige Frauen-Großmeisterin Elisabeth Pähtz (später auch Internationale Meisterin und Großmeisterin der offenen Kategorie) war für eine Schach-AG mit im Boot, da die gebürtige Erfurterin damals in Berlin lebte und seinerzeit den Berufsgedanken als Grundschullehrerin hegte. „Gesagt, getan“ war die Devise und mit der Idee von jeweils zwei Schach-AGs in den drei Grundschulen des Gebietes mit 18.500 Einwohnern. Das überzeugte 2009 sowohl eine Einwohnerjury wie auch die Fachverwaltungen für Bildung bzw. Stadtplanung.

Schulschach mit sportlichen Perspektiven versehen: Die Andersen-Grundschule hatte somit ab dem Schuljahr 2010-11 ein neues Nachmittagsangebot und der schachaffine Schulleiter Klaus-Dieter Lambrecht war begeistert, zumal es Swantje Munser gelang, etliche Mädchen zu interessieren, so dass sich eine eigene Gruppe etablierte (siehe die damalige Mädchengruppe mit den Fock-Schwestern 2013 beim experimentellen Regentropfenschach, aufgenommen von Harald Fietz). Daneben schufen Ferienkurse weitere Angebote für schachinteressierte Kids und die Ambitionierten konnten sich u.a. dem von den Schachlehrern neu mitgegründeten Schachklub International 2010 e.V. anschließen. 2013 errang mit Sana Fock erstmals eine Schülerin der Grundschule einen Berliner Meistertitel (U12 weiblich) und durfte so stolz mit der Mutter und den Schachlehrern an der Sportgala des Bezirks Mitte teilnehmen, die in der Landesvertretung Niedersachsen an historisch bedeutsamen Ort zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz stattfand. Dass die drei Fock-Schwestern sich später zu Spielerinnen auf gutem Vereinsniveau entwickeln werden, war seinerzeit nicht absehbar, aber der SC Kreuzberg wird heute in dieser Hinsicht für sein Erstbundesliga-Frauen-Team 2025-26 nicht traurig sein.

Das Schachumfeld über den Klassenraum hinaus miterleben lassen: Die soliden Teilnehmerzahlen und der sportliche Erfolg bildeten 2012-13 bei der Projektbilanz positive Zielgrößen, von Seiten des Quartiersmanagements das Projekt mit erweitertem Zuschnitt auf mit den Grundschulen kooperierende Kindergärten für eine zweijährige Verlängerung vorzuschlagen. Nach Ablauf dieser vier Jahre war für der Andersen-Grundschule ersichtlich, dass Schach als Schulprofil eine Ausrichtung bedeutet, mehr bildungsbewusste Eltern von der Schule zu überzeugen. Darin stimmte auch die Schulleitung ein und der Wechsel an der Spitze vom inzwischen verstorbenen Direktor Lamprecht (siehe ihn oben auf dem Foto als Schach-Kiebitz beim Schulfest 2011, aufgenommen von Harald Fietz) zur neuen Direktorin war kein Hindernis, denn die positiven Wirkungen des Denksport auf das gesamte Schulklima und die Lernfähigkeiten der Schachgruppe waren spürbar. Uns als Schachlehrer zeigte sich noch eine weitere „Durchdringung“: Schach als über Kulturen hinaus akzeptiertes Denkterrain sickerte in die Communities ein, denn den Soldiner Kiez bewohnen knapp 70% Einwohner mit nicht-deutscher Herkunft. Beim Schach kamen vermehrt die Geschwister der vormaligen Schach-Aktiven an und wir spazieren seither kaum mehr durch den Kiez, ohne dass uns Schachkinder grüßen oder wir mit Eltern ins Gespräch kommen. Schach wurde und wird nunmehr nicht nur im Klassenraum praktiziert, sondern auch daheim und im Freundeskreis vermehrt gespielt. Der Umstand, als Schachlehrer auf der Straße gegrüßt zu werden, was die Schachtrainerlegende Heinz Rätsch aus Gotha bei einem Besuch zu unserem lokalen Schachfest 2013 völlig überraschte, zeigt uns auch, wie Schach an der Grundschule zu einem besseren Sozial- und Lernklima beitragen kann. Die Lehrenden und die Schüler begegnen sich mit Achtung für die gemeinsame Erkenntnisplattform. Sodann entstand die Idee, die Andersen-Grundschule mit einem besonderen Finanzierungsmodell (teilweise aus dem Stadtentwicklungsprogramm als Kick-off, dann aus eigenen Personalkostenmittel) auf eine nächste Ebene zu hieven, sprich den Denksport zum Schulprofil zu entwickeln.
2015 bis 2018 Schach-Profil als Lernfeld
Ideen aktiv in organisatorische Neuerungen umsetzen: Die Neuausrichtung der Andersen-Grundschule bedeutete zunächst Neuorganisation. Alle ersten und alle zweiten Klassen erhielten Schachunterricht und für darüber hinaus interessierte Kids gab es weiterhin zwei Schach-AGs. Die Übergangssituation als Lernfeld bedeutet, dass zunächst im Status als „flexibles Fach“ nur Lernkonzepte, keine Lehrpläne erstellt werden mussten. Um die Option von Doppelsteckungen bei Klassen mit bis zu 24 Kindern besser zu realisieren, führten wir als Schachlehrer schulinterne Weiterbildungen für das Lehrerkollegium und interessierte ErzieherInnen durch. Zudem wirkten wir seither in Schulgremien mit, um hierdurch besser in schulische Prozesse und Kontakten zu Eltern eingebunden zu sein. Da auch die neue Schulleiterin Fee Mergenthaler-Starke ein Faible für Schach hat, bildete sich ein gemeinsames Verständnis, Schach in alle möglichen Lernumfelder zu verankern (so gibt die Schulleiterin eine zusätzliche Stunde in der Woche, in der Schachideen in englischer Sprache besprochen werden). Und dann fiel uns 2018 ein weiterer Katalysator förmlich vor die Füße. Wir mussten nur mit klarem Fokus zupacken.

„Bildungsbälle“ auf der Profilstrecke aufnehmen: Die Senatsbildungsverwaltung des Landes Berlin legte Ende 2018 ein Programm „Begabtes Berlin“ auf, welches der vielfältigen Förderung lernschwacher Kinder und Jugendlicher ein Pendant für besonders lernmotivierte Kinder hinzustellte. Für alle 12 Bezirke wurden jeweils zwei Schulen sowie zwei berufsbegleitende Schulen ausgesucht, die mit Ressourcen und Honorarmitteln ausgestattet wurden. Unser einseitiger Projektantrag muss überzeugend gewesen sein, denn bald konnten wir zu einem Zeitpunkt, da in Berlin die Digitalisierung der Schulen noch schleppend voranschritt, uns technisch auf einen absoluten Idealzustand bringen. Großes Smartboard für den Computerraum, mehrere Laptops für Arbeit in den Klassen und 32 Tablets mit Schachsoftware plus Ladetower gestatteten uns als Schachlehrer einerseits frühzeitig mit digitalem Schachlernen zu beginnen (hier vor allen mit den für Schulen perfekten Apps von Chess King) und andererseits diese Lernergebnisse mit denen bei analogem Lernen zu vergleichen (siehe Foto oben, welches zwei der Schachschüler beim Lösen mit den Fritz-und-Fertig-Programm zeigt, aufgenommen von Harald Fietz). Die Ausbalancierung zwischen digitalen und analogen Lernformen wird künftig (mit und ohne KI-Einsatz) noch wesentlich relevanter für die Herausbildung von Lernfähigkeiten junger Menschen werden. Man wird vielleicht – wie in skandinavischen Ländern zu bemerken – eine De-Digitalisierung erleben und dann braucht es alte und neue analoge Lernmethoden und ein neues Verständnis, warum diese altbewährten, analogen Wege des Wissenserwerbs alternativ oder als Ergänzung absolut gleichrangig sind. Doch dazwischen kam eine Zäsur, denn die Corona-Auszeit änderte die Rahmenbedingungen.
2019 bis 2022 Schach-Profil inklusive Begabtenförderung „auf der Lauer“
Leistungsstufen differenziert skalieren: Mit Beginn der speziellen Begabungsförderung erweiterte sich die Organisationsstruktur um einen neuen Baustein. Neben dem Schach-Unterricht in den Klassenstufen 1 & 2 (jeweils 45 Minuten in der Woche) sowie der für alle offenen Schach-AG (90 Minuten pro Woche) traten die Talentegruppe (für motivierte Kids aus allen 3 Klassen der Klassenstufe 2 mit 90 Minuten) und mit zwei parallelen Stufen die Begabtenklassen (120 Minuten). Als verlässliche Halbtagsgrundschule waren alle Stunden in der Vormittagsstundentafel (bis 13.45 Uhr), derweil die Schach-AG und die Begabtenklassen am Nachmittag freiwillig stattfanden. Diese Planung sollte auch schrittweise die Entwicklung von Lehrplänen umfassen … doch dann kam der März 2020 und alle gesellschaftlichen Bereiche durchschüttelte der Corona-Lockdown.

Auszeit kreativ genutzt bedeutet keinen Stillstand: Der Abbruch des Schulbesuches kann wohl als gravierendste Behinderung beim Erwerb von Lernfertigkeiten gesehen werden. Doch Schach an der Andersen-Grundschule reagierte auch auf diese Herausforderung mit passenden Schritten und konnte am Ende nach den ungefähr zwei Jahren sogar gestärkt aus dieser Phase herauskommen. Es waren situativ-operative Anpassungen, die den Lernstrom nicht versiegen ließ. Die Jüngsten wurden mit Schach-Videos (erstellt mit der Software Camtasia) versorgt, die erfahrenen Kids der Talente- und Begabtengruppen bekamen Tablets mit Schach-Software für ihr Home-Schooling ausgeliehen, Aufgabenhefte verschiedener Art waren natürlich auch im Umlauf und mit besonderen Auflagen waren kleine Feriengruppen in den Schachräumen der Schachlehrer möglich (inklusive Outdoor-Training in der Nähe von Spielplätzen im Kiez). Als Schachlehrer widmeten wir uns ansonsten der Erarbeitung neuer Lernmodule, d.h. Erstellung umfangreicher eigener Lern-Files im ChessBase-Format und Ausbau unseres eigenen Grundschul-Karteikarten-Systems (siehe Foto oben, auf dem die Karteikarte im Vordergrund die entscheidende Rolle spielt, denn die Aufgabe ist Teil einer Trainingssystematik, Foto aufgenommen von Harald Fietz). Daneben liefen die Ausarbeitung von Lehrplänen, die im Jahr 2023 dem Schulamt vorgestellt wurden. Im Rückblick muss die Pandemie-Unterbrechung gar als eine Phase der „ungezügelten Vorbereitung“ bilanziert werden. Mit Wiederaufnahme des Face-to-Face-Unterrichts erlebten wir eine ungebrochene Motivation, die mutmaßlich durch die Schachbeschäftigung „in der Stille der Auszeit“ genährt war. Der größere Schachappetit wurde zudem – wie gewiss vielerorts – durch die Netflix-Serie „Damengambit“ gespeist. Schach galt nicht mehr per se als „nerdig“, sondern war umgeben von einer Aura mit Spannungsmomenten, wie sie vor allem Kids und Jugendliche in Gamer-Umgebungen genießen. Für das Unterrichtsprofil galt es nun, mit neuen Mindset den Schwung zu nutzen und an den richtigen Stellschrauben Feinschliff oder Ergänzungen vorzunehmen.
2023 bis 2025 Schach-Profil im Feinschliff
Enrichment des Schachumfeldes: Mit der Rückkehr zum Normalbetrieb ging es beim Schach an der Andersen-Grundschule nicht nach „Geschäft-wie-üblich“ weiter, sondern wir suchten (und fanden) als Schachlehrer weitere Bereiche schulintern und darüber hinaus, für den Denksport im schulischen Umfeld mehr Wettbewerbsaustausch zu schaffen. Es war einfach ein Impuls, der nach der Corona-Auszeit einfach virulent war - man wollte den Schach-Online-Home-Boom in das reale Leben mit befördern. Zunächst setzten wir uns mit dem Schulamt Mitte, in Person von Jarko Hennig, zusammen und überlegten, wie wir dem Schulschach im Bezirk Berlin-Mitte (knapp 400.000 Einwohner) mit seinen 52 Schulen und einer nicht genau bezifferbaren Anzahl von Schachangeboten mehr Praxis anbieten können (neben den hervorragenden Angeboten des Schulschach-Referats des Berliner Schachverbands). So gab es sofort im Jahr 2022 im John-Lennon-Gymnasium zunächst eine Veranstaltung mit 32 Spielern als Einladungsturnier der uns damals bekannten Schulschachaktivitäten, die nach der Pandemie-Auszeit noch existierten (und wir gewannen die Sparkasse sogar als Sponsor von Preisen für 750 Euro). Dann konnte man größer denken und in Person von Olaf Sill (selbst Lehrer am Andreas Gymnasium und äußerst aktiver Macher im Berliner Schul- und Jugendschach) einen Organisator finden, der zum Ende des Schuljahres einen Tag für die Schachschüler in Berlin-Mitte opfert. Nach einem Stopp beim Tiergarten Gymnasium ist seit 2024 die Andersen-Grundschule der Austragungsort für 140 bis 170 Schüler im Turniereinsatz (siehe Foto unten vom Berlin-Mitte-Schulschachturnier 2025 in den Räumen der Andersen-Grundschule, aufgenommen von Harald Fietz). Als Grundschule mit Schach-Profil ist das Engagement für die ganze Schulschach-Community eine selbstredende Verpflichtung – zwischendurch gab es noch außer der Reihe einen Vergleichswettkampf der Bezirke Mitte und Spandau, den Mitte haushoch mit 41,5-6,5 gewann. Als Sponsor tritt inzwischen die Erika-Hess-Stiftung den Veranstaltungen zur Seite, so dass das Andenken an die ehemalige Bezirks-Bürgermeisterin ganz im Geiste der Verantwortung für die Stadtgemeinschaft steht. Diese externen Turnier finden zusätzlich zu schulinternen Turnieren kurz vor Weihnachten und kurz vor den Sommerferien statt. Dort spielen nicht nur die Schachschüler, sondern auch Lehrer und Eltern in einem zusätzlichen Wettbewerb unter den Augen der Schüler.

Intern und extern den Horizont weiten: In der erweiterten Schulschachturnierszene (mehr Turniere für Vereinslose, d.h. Spieler, die nur Schulschach praktizieren) zeigte sich zwischen 2023 bis 2025, wie wirksam das Schachlernen an der Andersen-Grundschule auch mit Erfolgen einher geht. 15 Mannschaftspokale in 3 Jahren und unzählige Einzelmedaillen lassen sich statistisch erfassen, doch als Schachlehrer zählt eher der Weg dahin und die stetigen Impulse durch weitere Horizonte für Schüler und Schule. Eine wichtige „mentale Findung“ unternahmen die Kids der Begabtengruppe selbst und ermittelten ihre fünf wichtigsten Schach-Credos (mehr dazu). Das neue Karteikartensystem funktioniert im Jubiläumsschuljahr 2025-26 - neben dem regulären Schachlernbetrieb mit 120 Schüler und Schülerinnen in Klassen 1 & 2 - für die 50 Schüler der Talente- und Begabtengruppen als Dauerimpuls, da der einzelne Schüler aus Klassenstufen 2 bis 6 die einzelnen Lösungen genau erklären muss (und kann). Verschiedene Testreihen in digitaler und analoger Form ergeben für jeden Schüler ein Tiefenprofil, welches in seine Schuljahresbewertungen im Zeugnis dargestellt wird. Es wurde mit der Ausbildung von „Schülerpaten“ begonnen, so dass die Besten der Begabtengruppe in der Nachmittagshortbetreuung Schachideen an Mitschüler weiterreichen können (erstaunlicherweise gibt es in Württemberg ein neues Ausbildungsmodul des Schachverbandes, welches sich Schülermentoren nennt, aber dessen Inhalte uns noch nicht geläufig sind). Einen weiteren Bildungsbaustein in einem anderen unserer Schulschach-Projekte für das Land Berlin zum Programm „Sozialer Zusammenhalt“ lieferte die Andersen-Grundschule als in einem ersten Anlauf Vergleiche von Sportstrategien in Schach und anderen Sportarten (vor allem Fußball) ausgelotet wurden (siehe Foto unten, aufgenommen von Harald Fietz im Sommer 2024). Dieses Themenfeld bedarf noch einer weiteren Exploration (mehr dazu). Das Angebot in der Begabtenförderung wurde für Schüler von außerhalb geöffnet und um eine „Spezialstufe“ mit bis zu zwei Extrastunden erweitert (4 Andersen-Schüler plus momentan 4 Schüler zusätzlich von anderen Berliner Grundschulen und Gymnasien). Um den Bedarf, die Hälfte der Schule (mit 350 Schülern) jede Woche zu versorgen, auf weitere Kompetenzen zu stellen, initiierte die Schulleiterin für 2025-26 intern 16 Weiterbildungstermine für Lehrer und Erzieher (jeweils 2,5 bis 3 Zeitstunden freiwillig an einem Freitagnachmittag). Schachlernen ist eben eine lebenslange Aufgabe.

2025 kann zudem bilanziert werden, dass wir als Schachlehrer in den 15 Jahren ca. 210.000 Euro an externen Mitteln zusätzlich für die Andersen-Grundschule akquirieren konnten. Im September 2025 beantragte die Schule das Gütesiegel „Deutsche Schachschule in Gold“. Mitte Dezember 2025 wurde der Andersen-Grundschule als eine der wenigen Grundschulen in Deutschland das Gold-Prädikat für die Dauer von sechs Jahren verliehen. Wir werden uns also weiter anstrengen, diesen Maßstäben und unseren eigenen steigenden Ansprüchen gerecht zu werden und ab 2031 eine Verlängerung dieser Qualitätslizensierung zu erhalten.
Mit Beginn des Kalenderjahres 2026 ergibt sich aufgrund organisatorischer Veränderungen eine Umgestaltung der Raumbelegung. Der Schach-Raum der Andersen-Grundschule wird dann - neben der Nutzung durch Schach-Profil-Kurse - auch am Montag, Dienstag und Freitag für ein offenes Schachangebot genutzt. Dort kann jeder Schüler an drei Nachmittagen zusätzlich unter Anleitung von schacherfahrenen Lehrern und Lehrerinnen des Schulkollegiums spielen und trainieren. Die betreuenden Lehrkräfte wurden dazu durch die Schachlehrer Munser & Fietz in schulinterner Weiterbildung fit gemacht. Teilweise betreuen diese Lehrer bereits in Doppelsteckung mit Swantje Munser die Schach-Profilklassen der Jahrgangsstufe 1 und 2. Die abgebildete Stundentafel zeigt, dass jeder schachinteressierte Schüler in der Woche 4 bis 8 Stunden seinen Leistungsstand verbessern kann. In Phasen vor Turnieren kann bei Bedarf weitere Spielpraxis erworben werden und jüngere Schüler werden ab Frühjahr 2026 durch ältere Schüler (als Paten) angeleitet.
Mit diesem Sachstand bilanzieren 15 Jahre Schach an der Andersen-Grundschule und es werden weitere Bausteine in den kommenden Jahren folgen.