Schach, Sport & andere Felder unter der Lupe
Hinter Stellungen und über den Brettrand geschaut
Wenn wir Schach trainieren oder spielen, so sind wir fast immer mit den Besonderheiten eines Stellungsmoments befasst. Aber das königliche Spiel bietet mehr Projektionsflächen aus verschiedensten Blickwinkeln. Beschränken wir uns auf den Gehalt einer Partie, so wird sich unser Wissen weiten, aber oftmals ist es ebenso interessant, auf das Turnierumfeld zu schauen, die Spielertypen näher zu kennen oder zusätzliche (vielleicht ungewöhnliche) Fakten zu diskutieren. Das Spiel birgt natürlich vorrangig einen Wettbewerbsreiz, aber Turniere und Begegnungen finden statt, weil es einen Veranstalter mit einem besonderen Interesse gibt oder weil ein Geldgeber mit der Finanzierung einen Mehrwert verbindet. Der Schachsport hatte zu verschiedenen Zeiten einen gesellschaftlichen Stellenwert und diesen nachzuspüren ist als Erbauung und in der Deutung ebenfalls spannend.
Dieser Blog befasst sich in mindestens zweifacher Dimension mit zeigenswerten Schachproduktionen. Einerseits als Revuen von vergangenen und aktuellen Schach-Tatorten, also dem unmittelbaren Schachgeschehen (und hier auch gedacht als ergänzende Wissensbasis für Trainingsaufgaben aus dem Lernsystem des Chess Campus Berlin). Andererseits ist vielen Schachfreunden bewußt, dass Schachpartien zahlreiche Analogien und Erkenntnisse für andere Lebenssituationen hervorbringen. Diese Terrains sind selbst in unserer modernen Informationsgesellschaft noch wenig ausgeleuchtet.
Beiträgen, die Schachbetrachtungen jenseits der 64 Felder eingrenzen, sollen skizzieren, was an Parallelen für andere Gebiete wie Sport oder (Lebens-) Management sinnhaft ist und wie schachliche Prozesse Denkanstöße für andere Handlungsstrategie liefern können. Zudem sind historische Einordnungen und Einflüsse auf kulturelle Leistungen zu erwähnen. Es kann absehbar Neuland betreten werden und solche „kleinen Forschungsprojekte“ sollen auch in schulischer Umgebung (vor allem an weiterführenden Schulen) initiiert werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschäftigungen nicht per se „eine Wahrheit“ hervorbringen werden. Aber sind Einwürfe in verschiedenen Sportarten nicht der erste Implus für weiterführende Aktionen?