In Print und Audio der Schachvermittlung dienen
Schachwissen selbst gemacht und anderswo gesehen
Ab Mitte der Nullerjahre durchdrang das deutsche Schach im Vorlauf zur Schach-Olympiade eine Aufbruchstimmung. Da war die Gründung eines kleinen Schachbuchverlages 2009 eher eine Randerscheinung – schön zu haben, aber nicht zum Überleben notwendig. Also eher eine Liebhaber-Aktivität, wie sie einem passionierten Buchsammler nach Jahrzehnten Regelbestückung zuzutrauen war. Da sich die Aktivitäten als Schachlehrer ab 2010 als zunehmend zeitintensiv erwiesen, ist es mit Stand 2026 bei zwei Werken geblieben, allerdings in Zusammenarbeit mit geschätzten Koautoren, die meinen Werdegang an verschiedenen Zeitmarken mitprägten.
Diese Werke aus dem Jahr 2009 und 2014 vermitteln ein wenig „old school“ Schachdenken und Schachlernen und können heute mit digitaler Reizüberflutung auch beim Schachlernen eine gewisse Rückbesinnung bieten und entspannteres Schachlernen fördern. Der Turnierband zur Schach-Olympiade in Dresden 2008 entstand auf Englisch und als Teamwork mit dem FM und Sportjournalisten Josip Asik aus Belgrad und der Frauen-Großmeisterin Anna Burtasova (damals aus dem russischen Wladimir, heute im kanadischen Toronto lebend). Unschätzbar war dabei das Engagement des 2026 verstorbenen FM und renommierten Schachschreibers Jimmy Adams aus England. Der deutsche Band wurde zusammen mit einem weiteren Fachmann als Koautor umgesetzt: die Trainer-Legende Heinz Rätsch aus Gotha (gestorben 2022) blickte nicht nur auf über ein halbes Jahrhundert Schach und Schachtraining zurück, sondern lieferte viele instruktive Lernprinzipien aus seiner Tätigkeit als Nationaltrainer in der DDR und später der BRD.
In diesem Blog werden die beiden Werke nochmals „besucht“ und – wo passend - um weitere Ideen bereichert. Doch als Autoren saßen wir nicht im Elfenbeinturm. Kein Schachlehrer oder Trainer sollte ohne den Blick in die klassische und aktuelle Schachliteratur (und sonstige Quellen im Web und als Video) auskommen. Es gilt, eigene Materialien zu sammeln und das Beste aus der Schachszene mit eigenen Sichtweisen angereichert zur Kenntnis zu bringen. Als Schachbuchkenner habe ich natürlich vielfach eine dezidierte Meinung über den Wert oder den Unsinn von Publikationen. Hauptsächlich sollen in diesem Blog fachlich gute Werke rezensiert, aber bisweilen auch „Warnungen“ ausgesprochen werden. Die Bewertungsskala für Werke umfasst fünf Kategorien. Als passionierter Filterkaffeetrinker ist die Tasse ein täglicher Begleiter und somit legt jeweils eine Tasse auf dem Hintergrundfoto zur Überschrift offen, was den Leser erwartet:
Rote Tasse = Man sieht mich errötet nach der Bewußtseins-Erweiterung durch dieses tolle Werk.
Gelbe Tasse = Die Sonne geht auf. Das Werk bringt Schachwissen wohlüberlegt voranzukommen.
Grüne Tasse = Nicht über den grünen Klee loben. Das Werk kann man, muss man nicht haben.
Blaue Tasse = Bitte kühles Wasser! Das Werk ist ärgerlich und ich brauche Abkühlung.
Schwarze Tasse = Ich sehe schwarz. Wer verzapft so ein Werk? Am besten tief vergraben.